Welten

Und du wachst auf. Schaust aus dem Fenster. Siehst die Sonne über dem Fjord. “Det er frokost NU” Und du weißt: Du bist da. In einer anderen Welt. In deiner eigenen Welt. Nein. In deinem eigenen Leben. Dein Leben, das du dir ein Jahr lang – nein länger – aufgebaut hast. Das du ein Jahr lang gelebt hast. Und dann wieder verlassen musstest. Skypegespräche. Viel zu wenige. Vernachlässigt. Nachrichten. Aber sie sind weniger geworden. Geradezu nichtig. Den Kontakt halten ist eine verdammt schwierige Geschichte. Zwischen den Welten. Das hält ein Kopf nicht aus. Das hält mein Kopf nicht aus.

Und plötzlich bin ich wieder da. Norwegen. Meine Welt. Alles ist wie immer. Ich bin verdammt glücklich. Warum bin ich so glücklich?! Ich bin so glücklich, das alles hier zu haben. So glücklich zurück zu sein. Diese Luft zu Atmen. Dass alles ist wie immer.Darüber bin ich glücklich. Geschichten austauschen. “Hva skjer i Norge?” “Hva skjer i Tyskland?”

Und plötzlich bin ich wieder da. An jeder Ecke lauert eine Erinnerung. Ich bleibe stehen. Erinnere mich. Kann mich nicht entscheiden ob ich lachen oder weinen soll. Irgendwas dazwischen. Und schließlich liege ich im Bett. Denke nach. Versuche das zu verarbeiten. So viele Erinnerungen. So viele Gefühle. Emotionen. Chaos. Tränen laufen über mein Gesicht. Ohne Grund. Das ist einfach zu viel. Oder ich bin einfach so unglaublich glücklich. Kann das alles nicht fassen.

Aber plötzlich bin ich wieder da. Alles ist wie immer. Nichts ist wie immer. Alles und nichts. Gefühlschaos. Gedanken rasen durch meinen Kopf. Aber es geht mir gut. Unglaublich gut.

So ist das jedes Mal.

Und plötzlich bin ich wieder da. Aber nicht allein. Meine Welten stehen kopf. Eine Welt streift die andere. Es mischt sich. Es knallt. Mein Gedankenchaos explodiert. Angst und Freude zugleich. Ich weiß nicht was ich tun soll. Lachen oder weinen? Ich will hier sein. Und am liebsten ganz weit weg sein. Unsichtbar sein. Mich aus der Affäre ziehen. Erstmal wieder sammeln. Ordnung schaffen. Aber das geht nicht. Also Plan B. Überleben. Einfach irgendwie überleben. Hoffen, dass es gut wird. Die Tage genießen, die ich hier habe. Alles ist gut. Alles wird gut.

Aber meine Welten haben Risse jetzt. Sie sind irgendwie näher beisammen. Schön und bedrohlich zugleich. Ich bin der Puffer zwischendrin. Überleben. Bloß nicht zerquetscht werden.

Gefährlich. Anstrengend. Schön. Faszinierend. Das alles zugleich. Explosion.

 

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