Stoked

Ich laufe auf die Welle zu. Der Boden zieht sich unter meinen Füßen weg. Ich spüre die Strömung. Spüre die Kraft. Also springe ich auf mein Brett. Paddle. Und warte auf die Welle die mit großer Sicherheit auf mich zurollt. Sie baut sich auf. Aus einer kleinen Delle im Wasser ist plötzlich ein Ungetüm geworden, das mindestens doppelt so groß ist wie ich. Ich höre auf sie zu beobachten. Konzentriere mich auf mein Brett. Auf mich. Bis ich die Kraft der Welle spüre. Die mich mitnimmt. Ich stehe auf. Surfe bis an den Strand. Und genieße dieses unglaubliche Gefühl. Perfekt.

Ich laufe auf die Welle zu. Bin schon ziemlich weit draußen. Spüre die Strömung an meinen Füßen. Kann mich kaum mehr bewegen. Ich beobachte die nächste Welle. Wie sie sich aufbaut. Sie wird gewaltig. Ich freue mich. Bis mir auffällt dass das nicht reicht. Ich stehe viel zu weit draußen. Mein Surflehrer pfeift als ich erkenne wo die Welle brechen wird. Genau über mir. Aber ich bleibe stehen. Mit einer Mischung aus Faszination und Angst beobachte ich. Ich weiß, dass die Welle mich herumschleudern wird. Ich weiß auch dass ich hier nicht mehr schnell genug wegkomme. Also warte ich. Hole tief Luft bevor die Welle zusammenstürzt. Sie wirbelt mich herum wie im Schleudergang unserer Waschmaschine. Drückt mich unter Wasser. Und als ich wieder auftauchen kann um Luft zu schnappen bin ich schon fast wieder am Strand. Was solls. Gehört dazu. “Auf ein Neues” denke ich mir, schnappe mein Brett und mache mich wieder auf den Weg in die Wellen.

Ich bin schon wieder am Strand. Nach einer perfekten Welle. Meine Arme fühlen sich an wie Pudding. Meine Beine sacken beim Laufen immer wieder zusammen. Meine Füße sind oben knallrot, unten von den Steinen aufgerissen. Die Sonne brennt im Gesicht. Ich weiß genau, dass das Sonnenbrand gibt. Aber ich will nochmal. Dieses Gefühl hört einfach nicht auf. Ich brauche noch eine Welle. Sucht. Eine noch. Und dann noch eine. Mit fast keiner Kraft mehr kämpfe ich mich also nach draußen. Und werde mit einer tollen Welle belohnt.

Ich kann nicht mehr. Der Körper macht nicht mehr mit. Kann kaum noch laufen. Aber, hey! Ich bin glücklich. Könnte nicht glücklicher sein. Und das ist es wert. Genau das.

Stoked.

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