Aber vielleicht müssen wir manchmal einfach ein bisschen verrückt sein..

And if I fall? Oh darling, but what if you fly?!

Aber vielleicht müssen wir manchmal einfach ein bisschen verrückt sein. Vielleicht sollten wir manchmal einfach das tun was uns glücklich macht und nicht das was vielleicht richtig ist. Was uns glücklich machen könnte. Inwiefern denn richtig? Wer sagt denn was richtig ist? Was falsch ist?

Aber vielleicht müssen wir manchmal einfach ein bisschen verrückt sein. Lernen im Regen zu tanzen. Spaß haben. Uns nicht beeinflussen lassen. Andere lachen. Egal. Sie reden über dich. Egal. “Sei doch mal vernünftig” sagen sie.

Aber manchmal müssen wir manchmal einfach ein bisschen verrückt sein. Uns auf unsere Intuition verlassen. Aufs Bauchgefühl. Kein Ziel im Blick. Aber den Weg. Einfach unserem Gefühl folgen. Auf Risiko. “Das hat doch keine Zukunft.”,sagen sie.

Aber vielleicht müssen wir manchmal einfach ein bisschen verrückt sein. Wieder zu Kindern werden. Einfach tun was uns Spass macht. Die Schneeballschlacht. Die Schlittenabfahrt. Wasserbomben. Toben im Wasser. Warum auch nicht?!

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Und vielleicht sollten wir uns einfach weniger damit beschäftigen was andere über uns denken. Und uns mehr darauf zu konzentrieren glücklich zu sein. Verrückt zu sein. Denn das macht glücklich.

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Einfach weg.

And there are times you just want to quit. Stand up. And paddle away from everything.

 

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Wir sitzen in der Schule. Viel zu lang. Die Luft ist stickig. Man kann kaum noch atmen. Es ist heiss. Der Stuhl klebt. Die Wasserflasche ist leer. “Konzentrier dich doch mal!” Mein Kopf ist leer. Mein Kopf ist voll. Träume. Was ich wohl mache, wenn ich das hier abgesessen habe. Bin nicht bei der Sache. Nie eigentlich. Schaue auf die Uhr. Bewegt sich der Zeiger schon immer so langsam? Warum ist mir das nie aufgefallen. Ich zähle die Minuten. Die letzten Minuten ziehen sich. 16:55. Der Tag ist überstanden. Es fühlt sich gut an das Schulgebäude zu verlassen. Und eigentlich würde ich jetzt am liebsten weglaufen. Einfach weg.

Ich sitze am Schreibtisch. Hausaufgaben vor mir. Die To-Do-Liste liegt vor mir. Der Laptop auch. Einmal auf Pinterest geklickt und die Gedanken sind weg. Planen. Bilder. Inspiration. Sie sind weg. Weg in der Zukunft. In meiner eigenen Welt. Am liebsten würde ich ausbrechen. Weglaufen. Meinen Träumen hinterher. Einfach weg.

Ich schnüre meine Laufschuhe. Der Ipod liegt bereit. Rufe noch kurz Tschüss. Ich muss einfach raus. Auch wenn es nur für eine Stunde ist. Die Musik in den Ohren. Einfach loslaufen. Rennen. Wegrennen. Vor allem. Und vor nichts. Einfach weg.

Und ich bin mir ganz sicher: Irgendwann packe ich meinen Rucksack und laufe los. Einfach weg.

 

 

22.August 2016

Vor genau zwei Jahren standen wir am Flughafen. 20 Austauschschüler. Alle im Begriff ihre Familie, ihre Freunde, ihre Heimat zu verlassen. Für ein Jahr in den Norden auszuwandern.

Wir waren aufgeregt. Konnten das alles gar nicht fassen. Ich glaube ich habe mich vor lauter Aufregung gar nicht richtig verabschiedet. 

Wir saßen im Flugzeug zusammen mit den italienischen Austauschschülern. Alle redeten durcheinander. Italienisch. Deutsch. Manche weinten. Während alle anderen noch gar nicht begriffen was hier vor sich ging. Und alle übrigen Fluggäste schauten uns an als wären wir Aliens.

In Oslo kam dann die Ansage: kein Deutsch mehr. Kein Italienisch mehr. Nur noch Englisch. Oder Norwegisch. Versuchten also tagelang unsere Englischkenntnisse auszugraben. Lernten die ersten Worte auf Norwegisch. Kamen in unsere Gastfamilien. Alles fremd. Alles norwegisch. Hat sich angehört wie chinesisch. Ich wusste nicht wie ich das jemals verstehen sollte. Mann also Englisch war plötzlich ganz einfach. 

Das ist jetzt schon 2 Jahre her. Kommt mir wie eine Ewigkeit vor. Ich kann mir nicht mehr vorstellen kein norwegisch zu verstehen. Kann mir nicht mehr vorstellen nur noch eine Familie zu haben. Nur noch eine Heimat. Nicht all diese wundervollen Menschen getroffen zu haben. Unglaublich.

Bin unglaublich dankbar, diese Heimat zu haben. Unglaublich froh, dass ich diese Möglichkeit hatte. Unglaublich glücklich euch getroffen zu haben.


Idag så er det akkurat et år sia at vi stått på Flyplassen i Frankfurt. 20 utvekslingsstudenter. All sammen klar for å forlate sine familier, hjem, sine venner. For å flytte i rensning nord for ett år. Vi va nysgjerrig. Kunne itj fatte hva som skjedde. Æ tru æ har itj engang sagt “ha det” på riktig måte.

Så satt vi på flyet. Sammens med italienske utvekslingsstudentene. Alle snakka rundt. Italiensk. Tysk. Nånn gråt. Alle andre kunne itj fatte hva som skjedde. Og resten av passasjerer sa på oss om vi va Aliens.

I Oslo ble sagt: Ikke tysk. Ikke italiensk. Bare engelsk.  Eller norsk. Prøvd å snakk engelsk. Lærte de første ord på norsk. Kom til vertsfamilien vårres. Alt va fremmede. Alt på norsk. Hørtes ut som kinesisk eller nå sånn. Visst itj koss man kan forstår dette noensinne.

Det e 2 år sia nu. Føles som evig. Kan ikke forstille meg å ikke forstå norsk. Kan ikke forstille meg å bare har en familie. Ett heim. Å ikke kjenne all dæm fantastiske menneskene. Utrolig.

Utrolig takknemlig at æ her et hjem i Norge. Utrolig glad at æ fått muligheten. Utrolig glad at æ møtt dåkk.

Diese Momente..

Und dann sitze ich hier. Inmitten von einem Chaos. Mein Zimmer ist ein einziges Chaos. Mein Leben ist ein einziges Chaos. Meine Gedanken sind ein einziges Chaos. Einzig und allein in meinem Terminkalender herrscht noch Ordnung.

Diese Momente, wenn ich mir denke: Es wäre doch so schön all diese Träume aufzugeben. Einfach den Kalender aufschlagen. Die tägliche To-Do-Liste abarbeiten. Das wäre doch einfach. Bequem. Schönes Leben.

Diese Momente, wenn ich mir denke: Hier ist es doch auch schön. Warum reisen? Warum Sport? Warum Liebe? Ich bleib einfach hier und vegetiere vor mich hin!

Diese Momente, wenn ich mir denke: Mach doch einfach mal was fertig! Sei zufrieden! Hör auf mehr zu wollen. Sei glücklich mit dem was du hast!

 

Aber ich weiß doch was ich will. So ein bisschen zumindest. Ich kann nicht hierbleiben! Es ist wie ein Zwang. Ich kann meine Träume nicht aufgeben. Meine Leidenschaft nicht aufgeben. Dich nicht einfach aufgeben. Das will ich auch gar nicht. Niemals!

 

Und ich sitze wieder hier. Mitten im Chaos. Ich weiß nicht wohin die Reise geht. Ich weiß nicht wie mein Leben weitergeht. Aber ich weiß eines: Ich bleibe nicht! Es geht weiter. Hauptsache spannend. Und ich bin glücklich damit. Glücklich mit meinem Chaos. Glücklich mit meinem Leben. Viel zu beschäftigt um mich darüber zu beschweren.

Welten

Und du wachst auf. Schaust aus dem Fenster. Siehst die Sonne über dem Fjord. “Det er frokost NU” Und du weißt: Du bist da. In einer anderen Welt. In deiner eigenen Welt. Nein. In deinem eigenen Leben. Dein Leben, das du dir ein Jahr lang – nein länger – aufgebaut hast. Das du ein Jahr lang gelebt hast. Und dann wieder verlassen musstest. Skypegespräche. Viel zu wenige. Vernachlässigt. Nachrichten. Aber sie sind weniger geworden. Geradezu nichtig. Den Kontakt halten ist eine verdammt schwierige Geschichte. Zwischen den Welten. Das hält ein Kopf nicht aus. Das hält mein Kopf nicht aus.

Und plötzlich bin ich wieder da. Norwegen. Meine Welt. Alles ist wie immer. Ich bin verdammt glücklich. Warum bin ich so glücklich?! Ich bin so glücklich, das alles hier zu haben. So glücklich zurück zu sein. Diese Luft zu Atmen. Dass alles ist wie immer.Darüber bin ich glücklich. Geschichten austauschen. “Hva skjer i Norge?” “Hva skjer i Tyskland?”

Und plötzlich bin ich wieder da. An jeder Ecke lauert eine Erinnerung. Ich bleibe stehen. Erinnere mich. Kann mich nicht entscheiden ob ich lachen oder weinen soll. Irgendwas dazwischen. Und schließlich liege ich im Bett. Denke nach. Versuche das zu verarbeiten. So viele Erinnerungen. So viele Gefühle. Emotionen. Chaos. Tränen laufen über mein Gesicht. Ohne Grund. Das ist einfach zu viel. Oder ich bin einfach so unglaublich glücklich. Kann das alles nicht fassen.

Aber plötzlich bin ich wieder da. Alles ist wie immer. Nichts ist wie immer. Alles und nichts. Gefühlschaos. Gedanken rasen durch meinen Kopf. Aber es geht mir gut. Unglaublich gut.

So ist das jedes Mal.

Und plötzlich bin ich wieder da. Aber nicht allein. Meine Welten stehen kopf. Eine Welt streift die andere. Es mischt sich. Es knallt. Mein Gedankenchaos explodiert. Angst und Freude zugleich. Ich weiß nicht was ich tun soll. Lachen oder weinen? Ich will hier sein. Und am liebsten ganz weit weg sein. Unsichtbar sein. Mich aus der Affäre ziehen. Erstmal wieder sammeln. Ordnung schaffen. Aber das geht nicht. Also Plan B. Überleben. Einfach irgendwie überleben. Hoffen, dass es gut wird. Die Tage genießen, die ich hier habe. Alles ist gut. Alles wird gut.

Aber meine Welten haben Risse jetzt. Sie sind irgendwie näher beisammen. Schön und bedrohlich zugleich. Ich bin der Puffer zwischendrin. Überleben. Bloß nicht zerquetscht werden.

Gefährlich. Anstrengend. Schön. Faszinierend. Das alles zugleich. Explosion.

 

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Summer.

Hair gets lighter.

Skin gets darker.

Water gets warmer.

Drinks get colder.

Music gets louder.

Nights get loger.

Life gets better?

Sommer. Eigentlich bin ich ein Winterkind. Absolut. Nichts geht über Schnee. Powder. Märchenwald und Berge.

Aber da ist eines was den Sommer so unglaublich macht. Diese Stimmung. Diese Abende. Diese Tage auf dem See. Diese Tage am Meer. Wakeboard. Surfbrett. Dinge, die dein Leben perfekt machen.

Und plötzlich vergisst du alles. Es gibt nur noch dich und dein Brett. Auf dem Wasser. Dieses Gefühl durchströmt dich. Leidenschaft. Adrenalin. Hauptsache stehen. Und das möglichst lange. Weiter als letztes Mal. Und auch wenn es dich rausreißt. Das macht nichts. Denn es hat doch so viel Spaß gemacht. Und nächstes Mal komme ich weiter. Ganz sicher. Der nächste Start. Wiederholung. Dieser Stolz wenn du besser warst als letztes Mal. Ein kleines bisschen. Aber immerhin.

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Summer Paradise – Simple Plan

 

Meerkind

Salz in den Haaren. Locken. Das Glätteisen bringt nichts mehr. Der Wind durchwirbelt meine Haare. Ein Frösteln geht durch meinen Körper. Diese Vorfreude.

Es regnet. Egal. Es stürmt. Egal. Sonnenbrand. Egal. Ich nehme Brett und Rigg und es geht raus aufs Meer. Und ich bemerke, was mir so gefehlt hat. Das Meer. Mein Brett. Diese Leidenschaft.

Die ersten Versuche. Ich bin mehr im Wasser als auf dem Brett. Ich bin nass. Aber ich stehe wieder auf. Aber ich habe Spaß. So viel. Unmöglich. Ich wusste noch nicht einmal wie sehr ich das vermisst habe. Dieses Gefühl.

Mehr als nur Sport. Leidenschaft. Liebe. Hingabe. Ein geben und nehmen: das Brett zehrt an meinen Kräften, aber es schenkt mit dieses unglaubliche Gefühl.

 

Wenn du mir ein Brett in die Hand gibst, bist du selbst schuld wenn ich nicht mehr loslasse…

 

 

Dieses Gefühl. Freiheit. Natur. Liebe. Bretter. Unbeschreiblich.

Wer hätte das gedacht? Dass Rügen, diese “Rentnerinsel” mich so in ihren Bann zieht. Ich habe das jedenfalls nicht erwartet.

Angst. Dieses Paradies wieder verlassen zu müssen. In die Schule zurückkehren. Die Arbeit ruft.

Und doch diese Gewissheit: Ich komme wieder. Ganz bald.